Sonntag, 14. Oktober 2018 von Michael Müller-Lehnick

13.10.2018 – 8.Spieltag der Vogtlandliga: FC Fortuna 91 Plauen – SV Fronberg Schreiersgrün

Spitzenspiel im Crieschwitzer Hang endet mit Remis

Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Teams stammt aus der Saison 13/14 und ist somit schon eine ganze Weile her. Einige Protagonisten von damals waren auch diesmal mit dabei, und so freute man sich auf ein spannendes Fussballspiel. Der SV Fronberg musste aufgrund des Fehlens aller etatmäßigen Torhüter mit Martin Meyer erneut einen Feldspieler ins Schreiersgrüner Gehäuse beordern.

Die erste dicke Gelegenheit der Partie hatte Handschug, dessen Pfostenkracher in der 7. Minute fast die frühe Gästeführung bedeutet hätte. Plauen agierte vornehmlich mit langen Bällen in die Spitze, die aber selten für Gefahr sorgten. Nach 20. Minuten gewann die Partie etwas an Intensität. In der 24. Spielminute kann sich Naemt auf seiten der Fortunen offensiv durcharbeiten und setzt einen guten Abschluß über das Tor. Die bisher gefährlichste Gelegenheit der Gastgeber. Schreiersgrün ist im Anschluß weiter die bessere Mannschaft. Frühes Anlaufen und beherzte Zweikampfführung sowie die bessere und kreativere Spielanlage führen zu einigen guten, aber leider ungenutzten Chancen, die die Schreiersgrüner Führung verdient gemacht hätten. Zumal ein elfmeterverdächtiges Foul an Landmesser ungeahndet blieb. Plauen fand zu diesem Zeitpunkt offensiv nicht statt und tat sich schwer im Spielaufbau. Dennoch ging es torlos in die Pause.

Auch in Hälfte zwei hatten die Gäste früh die Chance, in Führung zu gehen. Doch Keeper Wunderlich macht gut die kurze Ecke zu und kann so den Abschluß von Krötzsch abwehren. Kurz darauf haben Fischer und Handschug gute Gelegenheiten nach einem Eckball, doch das Gehäuse wirkt wie vernagelt. Plauen, die zum Vergleich zur ersten Hälfte leicht umgestellt haben, wirkte im eigenen Spiel etwas energischer. Auch merkte die Fortuna, das eine gute Aktion spielentscheidend sein konnte. So blieb es weiter ein Geduldsspiel auf beiden Seiten, weil der Spielstand die Gefahr eines Gegentors und den damit bedeutenden Rückstand hoch hielt. Der hohe Aufwand im Spielaufbau (vor allem aus Hälfte eins) zeigte mit länger andauernder Spielzeit Wirkung, gerade die in Abschnitt eins sehr agilen und präsenten Offensivspieler des SV (Fischer, Dressel, Landmesser) wirkten nun müder und kamen nicht mehr so zur Entfaltung. Die sehr starke Schreiersgrüner Abwehr blieb aber weiter sehr konzentriert und sicher und hielt seinen Vorderleuten weiter den Rücken frei. Chancen auf beiden Seiten in der Schlußphase blieben ohne Erfolg. Schreiersgrün hatte am Ende nochmal etwas Glück, nachdem in der 90. Minute ein ebenfalls elfmeterwürdiges Foul an Martynets nicht gepfiffen wurde. Das war ausgleichende Gerechtigkeit und so stand am Ende das 0:0, bei dem die beiden Verweise hinter die Bande auf Schreiersgrüner und auf Plauener Seite durch den Schiedsrichter die emotionalen Höhepunkte waren.

Bei konsequenterer Chancenverwertung in der ersten Halbzeit hätte sich Schreiersgrün durchaus mit 3 Punkten belohnen können oder müssen. So war es bis zum Schluß ein spannendes und gutes Spiel, bei dem am Ende beide Teams etwas müde wirkten und der Lucky Punch ausblieb. Dennoch können beide mit dem Punkt sehr gut leben.
Der SV geht nun als Gejagter in das Spitzenspiel kommende Woche gegen den VfB Auerbach II.

Noch eine persönliche Anmerkung:

Dass Fußball eine sehr emotionale Sache ist steht ausser Frage. Auch die heutige Partie war ein gutes Beispiel dafür. Jedoch gingen die negativen Emotionen nicht von den Spielern aus, sondern waren zwischen den Verantwortlichen an der Seitenlinie und dem Schiri zu spüren ,was mit zwei Bandenverweisen endete. Ich empfand es als schade. Einerseits sollte ein Schiedsrichter ein Fußballspiel nicht unbedingt als Bühne benutzen. Auf der anderen Seite müssen sich Mannschaftsverantworliche, auch wenn es schwerfällt, im Griff behalten. Beide Seiten, Betreuer und Schiris, haben eine schwere Verantwortung und jeder seinen persönlichen Standpunkt. Dennoch sind die agierenden Spieler auf dem Platz immer die Leidtragenden, weil solche Situationen auch störend auf das Spiel Einfluss nehmen. Und wenn schon, wie heute gesehen, die Spieler einen respektvollen Umgang auf dem Platz haben, sollte es den anderen Beteiligten doch genau so gelingen. Fußball braucht Betreuer und Verantwortliche, ebenso wie Schiedsrichter, und beide sind aufeinander angewiesen. Deshalb sollten alle um einen guten Umgang miteinander bemüht sein.

8. ST 2018-2019 – Daten zum Spiel

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