Einstand nach Maß für Interimscoach Facius
SV Fronberg Schreiersgrün – FC Fortuna 91 Plauen 2:0 (0:0)
Schreiersgrün. Nach dem Ende der Spieler- und Trainerära von Stefan Persigehl am Freitag, am Fronberg, hat die Mannschaft mit Interimscoach Axel Facius trotz des Fehlens von acht (!) Stammkräften eine beachtliche Trotzreaktion gezeigt und gegen den FC Fortuna Plauen verdient mit 2:0 gewonnen. Bei Fortuna wird hingegen die Luft immer dünner: Mit nur 21 Punkten dürfte es schwer werden, den direkten Abstiegsplatz 14 noch zu verlassen und die Klasse halten zu können, da zum Relegationsplatz 13 auf Grünhain inzwischen sieben Punkte Rückstand aufzuholen wären. Aber noch stehen drei Partien aus, rechnerisch ist also noch einiges möglich.
Es war noch nicht ein Mal eine Minute gespielt, da hatten die Fronberger die erste Gelegenheit. Luschnath zog aus kurzer Distanz auf das Tor, jedoch war dieser Schuss kein Problem für den Plauener Schlussmann. Die Hausherren starteten schwungvoller, als die Gäste. Eitz, in der vierten Minute, und Ricardo Persigehl kurze Zeit später, glänzten mit Einzelaktionen. Es vergingen gut 30 Minuten, ehe die Gäste sich dem gegnerischen Tor näherten. Gashi kam aus zehn Metern zum Zuge und schmetterte den Ball aufs Tor, doch er traf nicht ins Netz.
Kurze Zeit später vergab Ricardo Persigehl für die Fronberger eine große Möglichkeit. Nach exzellenter Vorarbeit von Hocher, schloss der junge Stürmer zu unkonzentriert ab, schoss genau auf dem Tormann. Danach gab es doch viel Leerlauf in der eher spielrisch schwächeren Partie. In der 44. Minute die beste Chance für die Fronberger: Ricardo Persigehl, der ein Missverständnis zwischen Müller und Just ausnutzte, schoss aus spitzem Winkel direkt auf das Tor, doch Lederer hielt das Runde sicher.
In Durchgang zwei erlebten die 135 Zuschauer eine Leistungssteigerung, die anfänglich bei Schreiersgrün, später aber auch bei Plauen festzustellen war. Doch der Reihe nach: Es vergingen nach Wiederanpfiff nur 240 Sekunden, ehe die Anhänger des SV Fronberg Schreiersgrün Grund zum Jubeln hatten. Hocher flankte auf den freistehenden Luschnath, der das 1:0- Führungstor erzielte und cool ins lange Eck schob. Kurze Zeit später verzog Meisel alleine vor dem Tor (51.). Nur fünf Minuten später: Eitz drosch das Leder nach Passspiel von Persigehl an den Pfosten. Das war Glück für die Spitzenstädter, die zwar kämpferisch alles gaben, aber spielerisch gegen die Fronberg-Rumpfelf – in der nach fünf Jahren Pause sogar Swen Kummer zu einem beachtlichen Comeback fand – bis auf den agilen Kurzendörfer kaum Akzente setzten konnten. Einzig Gashi hatte eine Chance, den Ausgleich zu erzielen, tat es aber nicht.
Die Gastgeber ließen sich davon aber nicht einschüchtern und Antworteten prompt mit einem Tor: Ricardo Persigehl verwandelte in der 74. Minute mit Schuss ins lange Eck zum 2:0. Nach Führung ließen es Fronberg-Kicker ruhiger angehen und stand nun tief in der eigenen Hälfte. Das war noch einmal die Zeit der Gäste, den Druck zu erhöhen: Heumann in der 78. und Janka in der 83. Minute, versuchten vergeblich das Spiel zu kippen.
Schreiersgrün hatte zwischen zeitlich bei schnellen Kontern zwei weitere Tore erzielt, die wegen Abseits aber keine Anerkennung fanden, und der kampfstarke Hocher hatte eine Hundertprozentige auf dem Fuß, scheiterte aber am guten Gästekeeper – das wäre das 3:0 gewesen.
Die letzte Chance gehörte noch einmal den Gästen: Janka umkurvte Walther und Raspe, ehe er vom Schreiersgrüner Schlussmann in letzter Sekunde gestoppt wurde. Aber so ist das eben: Stehst du unten im Keller, gehen solche Hochkaräter nicht rein und das war auch aun diesem Tag das Dilema der fast abgestiegenen Plauener. (rfi)
Trainerstimmen:
Axel Facius (Trainer SV Fronberg Schreiersgrün): „Es war ein kampfstarkes Spiel von meiner Mannschaft. Der Sieg ging, gemessen an den Spiel- und Chancenanteilen, denke ich, voll in Ordnung.“
Roger Fritsch (Trainer FC Fortuna Plauen): „Ich denke, dass wir uns trotz der Niederlage gut präsentiert haben. Bei der Chancenverwertung haperte es. Nun müssen wir kommenden Sonntag gegen den Absteiger Wernesgrün gewinnen, um unsere Mini-Chancen weiter zu erhalten.“
Statistik:
Schreiersgrün: Stöckel, Raspe, Singer (81. Günther), Kinkal, Kummer, Hocher (75. Gross), Meisel, Eitz, R. Persigehl, Luschnath.
Plauen: Lederer, Azarov (V), Kührt, Müller, Ziegenhorn, Kurzendörfer, Beck (58. Linke), Gashi, Janka, Singer (V/ 71. Heumann).
Tore: 1:0 Luschnath (59.), 2:0 Persigehl (74.).
Schiedsrichter: J. Beckert (Grüna).
Zuschauer: 135.
W. Graupner schrieb am Sonntag, 8. Juni 2008:
Warum haben im Spiel gegen Fortuna beide Mannschaften nur mit zehn Spielern begonnen? War das die Umsetzung von Anregungen von Theo Zwanziger? Teilt mir bitte mal beiden fehlenden Spieler mit. Danke.
Gruß W. Graupner